Beichte in der evangelischen Kirche

beichte

In der evangelischen Kirche werden drei Formen der Beichte angewendet. Das sind:

– innere Beichte: In einem stillen Gebet bekennen Christen ihre eigene Schuld vor Gott und Vertrauen, dass die Liebe Gottes sie von ihrer Schuld befreit.

Lukas 15 Vers zehn: „Ich sage euch: Genauso freuen sich die Engel Gottes über einen einzigen Sünder, der ein neues Leben anfängt“
Genau wie in der katholischen Kirche, so gibt es auch in der evangelischen die Möglichkeit, sich einem Seelsorger in Worten mitzuteilen. Hierfür ist die Einzelbeichte gedacht, in einem Seelsorgerlichen Gespräch mit dem Geistlichen erzählt der Beichtende über seine Sünden und erfährt dadurch Vergebung. Ein solches Gespräch steht immer unter dem Zeichen des Schweigens.

– Gemeindebeichte: In der evangelischen Kirche gibt es sogenannte, Gottesdienste die an besonderen Tagen im Jahr stattfinden. Das kann zum Beispiel der Buss und Bettag, sowie Tage in der Passionszeit sein. Hierbei bekennen alle in der Gemeinschaft ihre Sünden, bekommen dadurch die Vergebung Gottes. Diese allgemeine Beichte kann auch an sonntäglichen Gottesdiensten stattfinden.

Wie bei jeder Beichte, so stellen sich auch bei der evangelischen Beichte bestimmte Fragen:
– Was geschieht bei der Beichte?
Die Beichtenden erkennen, dass sie gegen Gottes Gebote verstoßen haben und schuldig geworden sind. Daher bitten sie um Vergebung ihrer Sünden, erhalten Gottes Segen und erhalten dadurch eine Entlastung ihres Gewissens. Diese Beichte zielt aber nicht darauf ab, ein Fehlverhalten offen zu legen, sondern Gotteserbarmen zu erfahren.
– Was heißt Sünden bekennen?
An den zehn Geboten können sich die Menschen orientieren und dann auch ihr Leben danach gestalten. In einem stillen Gebet sprechen die Gläubigen aus, womit sie sich schuldig gemacht haben oder was sie anderen an Schuld zugefügt haben.
– Was bedeutet Vergebung empfangen?
Christen vertrauen auf dem barmherzigen Gott, dass seine Liebe zu uns Menschen größer ist, als sein Gericht. Gottes Zusage, auf der Basis des Loskaufs Opfer Jesu Sünden zu vergeben, ermöglicht es dem Gläubigen, seine Fehler einzugestehen und um Vergebung seiner Sünden bei Gott zu bitten.
– Was heißt Vergebung weitergeben?
So wie es im „Vater Unser“ heißt, und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern, sollte für wahre Christen eine Selbstverständlichkeit sein. Diese Worte bedeuten, wir können von Gott Vergebung erwarten, wenn auch wir bereit sind anderen zu vergeben. Das bedeutet aber auch, dass wir ebenso andere um Verzeihung bitten und unsere Versöhnung anbieten. Darüber hinaus verpflichten wir uns, Sünden die wir auf uns geladen haben, nicht wieder so tun.

Fazit: Während die evangelische Kirche mehrere Formen von Beichten kennt und auch anerkennt, so gilt in der katholischen Kirche nur die Einzelbeichte.

Dabei geht man davon aus, dass der Schuldige nur durch das Bekennen seiner Sünden vor einem Geistlichen, Vergebung bei Gott erlangen kann. Die Einzelbeichte ist auch in der evangelischen Kirche eine anerkannte Form der Beichte.