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Die fünf Hauptkirchen in Hamburg

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Von den evangelisch-lutherischen Kirchen in Hamburg werden 5 als Hauptkirchen bezeichnet. Sie heißen St. Petri, St. Katharinen, St. Michaelis, St. Jacobi und St. Nikolai. Aber bevor wir näher auf die einzelnen Kirchen und ihre Funktion und Bedeutung im heutigen Leben eingehen, werden wir uns ein wenig der allgemeinen Geschichte dieser so bedeutenden Kirchen widmen.
Diese Kirchen in der Altstadt erzählen gleichzeitig auch die Geschichte Hamburgs. Sie prägen die Silhouette Hamburgs und erzählen uns eine lange Geschichte vom Mittelalter, über die Reformation, dem großen Brand bis hin zu den Zerstörungen im 2. Weltkrieg. Aber gleichzeitig von Kunst, von der geistigen Haltung ihrer Mitglieder und der Politik in dieser großen Handelsstadt. Obwohl die Zahl der Hochhäuser in Hamburg ständig zunimmt, prägen die Türme der 5 Hauptkirchen noch immer das Stadtbild. Der Begriff Hauptkirchen wird nur in Hamburg verwendet und stammt aus dem Mittelalter. Alle 5 sind in einem Gemeinschaftswerk organisiert und arbeiten so zusammen an den zahlreichen Zielen und Projekten, oder sie bereiten ebenfalls gemeinsam ein großes Kirchenfest vor.

St. Petri

St. Petri liegt im Herzen Hamburgs und bezeichnet sich selbst als Kirche für alle Tage. Umgeben von der pulsierenden Stadt biete sie ein Ruhezentrum und heißt jeden Besucher willkommen, genau deshalb ist diese Kirche auch täglich geöffnet.
Sie ist die älteste Kirche Hamburgs und ihren weit aufragenden Turm sieht man schon von Weitem. Sie liegt an der Mönckebergstrasse und markiert mit ihrem Standort den höchsten Punkt der Hamburger Altstadt. Der zunehmende Wohlstand der Hamburger Bürger ermöglichte 1310 den Ausbau zu einer backsteingotischen Hallenkirche. Im Jahre 1842 brannte die Kirche beim Hamburger Brand total aus. Die meisten Kunstwerke konnten gerettet werden und 7 Jahre später wurde die Einweihung des neugotischen Baues gefeiert. Im Inneren entdecken wir viele berühmte Gemälde, darunter auch die Jakobsleiter und das Marmorrelief der Grablegung Christi. Auch die Kirchenmusik, die mit den 3 Orgeln geboten wird, ist ein Erlebnis. St. Petri wurde 2012 bundesweit bekannt, als eine nackte Frau, die offenbar als Escort in Hamburg tätig war, den Gottesdienst stürmte und von Ordnungskräften entfernt werden musste.

St. Katharinen

Diese Hauptkirche gilt als das zweitälteste aufrecht stehende Bauwerk Hamburgs. Sie liegt gegenüber der Speicherstadt und ist von alters her die Kirche der Seeleute. Die heute noch farbige Fassade stammt von dem Maler Daniel Freese. Das Mittelschiff weist eine stattliche Höhe von 29 Metern auf. Heute haben die drei Schiffe der Kirche ein gemeinsames Dach. Sie wurde 1943 bei einem Bombenangriff fast total zerstört, dann aber wieder aufgebaut. Sie wird seit dem Jahre 2007 umfassend restauriert. Bei der Innenausstattung hat der Maler Wilm Dedeke mit der Kreuzigung Christi einen beeindruckenden Beitrag geleistet.

St. Nikolai

Mit St. Nikolai besuchen wir die Dritte der Hamburger Hauptkirchen und fühlen uns in diesem modernen Neubau sofort wohl. Mit diesem Bau wurde die zerstörte ehemalige Hauptkirche ersetzt. Der Turm erreicht, inclusive der Wetterfahne eine Höhe von 89,4 Metern. Man kann sagen, dass sie wohl eine der bedeutendsten Sakralbauten nach dem 2. Weltkrieg ist. Der Kirchenraum bietet mit seiner hellen strukturierten Decke 500 Gläubigen Platz. Diese Sitzplätze sind so ausgerichtet, dass jeder Einzelne freien Blick auf schlichten Altar hat. Diese Kirche wurde dank ihrer Ausstattung in die Denkmalliste Hamburgs eingetragen. Das Kirchenfenster in der Eingangshalle ist es wert, näher betrachtet zu werden. Es zeigt verschiedene Scenen aus der Johannisoffenbarung und wurde 1939 von Elisabeth Coester fertiggestellt.

St. Michaelis (allgemein bekannt als der Michel)

Der Michel ist die bekannteste Kirche Hamburgs und irgendwo auch ihr Wahrzeichen. Sie ist für einlaufende Schiffe gut sichtbar, dem Erzengel Michael geweiht und repräsentiert, so die allgemeine Meinung, all das, was den Hamburger Evangelisten ausmacht. Der Erzengel Michael wird stets als Sieger über Satan dargestellt. Seit 1983 wird der Michel kontinuierlich renoviert. Man will keines der architektonischen Details verlieren. Die Turmhalle ist der Vorraum und der Zugang zur Turmbesteigung sowie zur Kryptabesichtigung. Die Krypta selbst wurde mit dem zweiten Bau der Kirche angelegt, dabei sollte der Verkauf von Grabstellen den Wiederaufbau finanzieren. Die Innenausstattung ist dermaßen reich verziert gehalten, dass nur eine ausführliche Besichtigung ihren wahren Wert zeigen kann.

St. Jakobi

In St. Jakobi finden wir eine der mittelalterlichen Bauten in der Stadtmitte und stellen fest, dass sie zu den wenigen uns erhaltenen Bauten gehört. Als geschütztes Kulturgut wurde sie der Haager Konvention ein verleibt. Sie liegt im Zentrum an der Steinstraße und ging aus einer Kapelle am Jakobsweg hervor. Im 15. Jahrhundert wurde sie um ein viertes Kirchenschiff erweitert. Anfang der 19. Jahrhunderts diente die Kirche den napoleonischen Truppen als Pferdestall. Heute können wir, zum Glück, eine weite helle Kirche mit fantastischen Chorfenstern von Charles Crodel bewundern. Die Altarbilder sind von verschiedenen Künstlern und bilden neben den vielen anderen Gemälden eine wahre Augenweide. Die 1397 gegossen Glocke hatte seltene Glockenrisszeichnungen, die man leider nur mehr in einem Buch bewundern kann. Wir finden im Inneren auch eine Arp-Schnitger-Orgel, die zu den seltenen gut erhaltenen Orgeln dieses Künstlers gehört.

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