Vorgesehener Zeitraum:
Altjahrabend (31. Dezember 2011) bis Ende der Epiphaniaszeit (29. Januar 2012)
5 Sonntage und 2 Feiertage (Altjahrabend und Epiphanias) ergeben 7 Gottesdienste
Leitgedanken:
- "Dass unser lieber Herr mit uns rede durch sein heiliges Wort" - das macht nach Martin Luther die erste Dimension des Gottesdienstes aus: Gott berührt mich. Dabei hat schon Luther das "Wort" ganzheitlich verstanden. Gott berührt nicht nur Ohr und Verstand, vielmehr den ganzen Menschen. Auch Musik und sakramentale Gaben, Symbole und Gesten, Kirchenraum und Atmosphäre "sprechen" an, können zu "heiligen Zeichen" werden.
- Moderne Menschen leiden oft unter der Inflation der Wörter und bringen entsprechend wenig Konzentration für Lesungen und Predigt mit. Sinnenfällige Eindrücke sprechen für sie eine deutlichere Sprache.
- Postmoderne Menschen suchen im Gottesdienst ein Gegengewicht zum Alltag. Sie möchten zur Ruhe kommen und abschalten, in eine besondere Atmosphäre eintauchen, offen werden für nicht-alltägliche Begegnungen. Stille schafft Raum für Besinnung, lässt die Seele atmen. Vertraute und/oder intuitiv zugängliche Formen können helfen, sich in einen anderen Rhythmus einzuschwingen.
- Im Gottesdienst mich selber finden. Dazu helfen Freiräume und eine gewisse Distanz zum Nachbarn, aber auch zu den LiturgInnen. Eine mitreißende Begrüßung verfehlt hier das Ziel. Sie gehört, wie auch andere kommunikative Elemente, in Phase 2.
Anknüpfungen:
- Die weihnachtliche Hochstimmung ist vorüber. Fürchten wir, in ein Loch zu fallen?
- Der Jahreswechsel lädt zur Besinnung auf Wesentliches ein. Viele Zeitgenossen nutzen ihn zur biographischen Bilanz und zu guten Vorsätzen.
- Jahreszeitlich dominieren Kälte und Dunkelheit. Eine gute Gelegenheit, in sich zu kehren und bei Kerzenschein zu sich zu kommen. Die langen Winterabende können durch Abendgottesdienste positiv besetzt werden.
- Aus ökologischen und ökonomischen Gründen werden viele Kirchen jetzt nicht mehr beheizt. Das schafft Gelegenheit für besondere Raumerfahrungen im Gottesdienst, im Altarraum, im Seitenschiff, unter der Empore oder im Gemeindehaus. Eine gedämpfte Beleuchtung kann "Klosteratmosphäre" vermitteln.
- Im Januar stehen die "Allianzgebetswoche" und die "Gebetswoche für die Einheit der Christen" im Kalender. Eine Schwerpunktsetzung auf das Gebet und die Einbeziehung liturgischer Formen von Schwesterkirchen bieten sich daher besonders an.
- Ebenso lädt der "Ökumenische Bibelsonntag" zu vertiefter biblischer Besinnung ein.
Anregungen für die Gestaltung der ersten Phase