Gottesdienst... gemeinsam feiern

Das große Ostertuch von Martin Burchard

Vorgesehener Zeitraum:
Quasimodogeniti (Sonntag nach Ostern, 15. April 2012) bis Pfingstsonntag (27. Mai 2012)
 
Leitgedanken:
- "Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein!" So beschreibt der die Osterzeit begleitende Psalm 118 (Vers 24) den Gottesdienst.
- Jeden Sonntag feiern wir die Auferstehung Jesu Christi. Der Schöpfungsruhetag (Sabbat = Samstag) gipfelt im Anbruch der neuen Schöpfung, im von Gott eröffneten neuen Leben aus dem Tod (Sonntag = Auferstehungstag).
- Die Freude an Gott ist Quelle und Grund allen gottesdienstlichen Feierns: "Jauchzet dem Herrn, alle Welt! Dienet dem Herrn mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide. Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen!" Psalm 100 (Verse 1+4) schildert schon den Gang zum Tempel als ein "Ereignis" voller Fröhlichkeit und Jauchzen. Wie wird es dann erst drinnen weiter gehen?
- Unsere Gottesdienste sind oft von "heiligem Ernst" durchzogen, der gewiss seine Berechtigung hat. Wir nehmen aber auch die Auferstehung ernst in Freude und Lob, Anbetung und gemeinsamem Feiern. Unser Gott hat Sünde und Tod überwunden. Wer könnte da noch "trauern wie die Heiden"?
- Wir sind von Gott Befreite, neue Menschen. Diese urbiblische Exodus-Erfahrung speist die  "kommunikative Spiritualität", die im gemeinsamen Feiern, in der Begegnung der Glaubenden den Pfingstgeist wehen spürt.
- Menschen verschiedener Generationen und Geschmäcker, Lebensstile und Frömmigkeitsformen überwinden Trennendes, kommen einander näher in der Freude über Gott. Eine Reihe liturgischer Formen gibt dieser Nähe spürbaren Ausdruck. 
- Gottesdienstliche Gemeinschaft ist eine Form "präventiver Seelsorge": sie überwindet Einsamkeit und nimmt Einzelne hinein in die Zyklen des Kirchenjahres mit ihren wechselnden Themen und Stimmungen.
-  Der Gottesdienst ist spiritueller Quellgrund der Gemeinde wie der Kirche im Ganzen. Wort und Sakrament haben im Gottesdienst ihren Ort. Eine erfreuliche Vielfalt von Gottesdienstformen und -formaten bezeugt diese Wertschätzung eindrücklich. Die verschiedenen Gottesdienste sind innerlich aufeinander bezogen und bilden gemeinsam "den Gottesdienst der Gemeinde."
- Die Akzente der zweite Phase sind gewissermaßen komplementär zur ersten. Fröhliche Lebendigkeit statt Stille, persönliche Nähe statt meditativer Distanz, Tempo statt Nachhallzeiten, moderierende Verbindlichkeit statt ruhigem Fluss.
- Musik und Kirchenraumgestaltung sind besonders geeignet, das Gesicht dieser Phase zu unterstreichen. Neue Lieder, eingängige Texte, volle Registrierungen an der Orgel und moderne Instrumente gehören hierher. Eine "Gemeindehymne" stärkt das Wir-Gefühl.  Das große Ostertuch kann einen strahlenden Auferstehungs-Akzent im Kirchenraum setzen, ergänzt durch üppigen Blumenschmuck.
 
Anknüpfungen:
- Die 7 Wochen Passions- oder Fastenzeit werden liturgisch vielfach begangen. Die ihnen entsprechenden 7 Wochen der österlichen Freuden- und Festzeit verdienen mindestens die gleiche Aufmerksamkeit.
- Die Sonntage Jubilate und Kantate ermuntern ausdrücklich zum Jauchzen und Singen. Meist sind dabei Chöre beteiligt. Weitere Gruppen der Gemeinde können an anderen Sonntagen mitwirken und so den Gottesdienst zur "Sache der Gemeinde" machen.
- Die aufblühende Natur macht die Botschaft vom neu geschaffenen Leben sinnenfällig erlebbar. Freundliches Klima lädt dazu ein, den Kirchenvorplatz zu nutzen für Begegnungen vor und nach dem Gottesdienst. Hier kann die Gemeinde Gastfreundlichkeit beweisen, z.B. beim Kirchenkaffee.
- Konfirmationen fallen vielerorts in diese Zeit. Sie sind besondere Feste der Gemeinde und verbinden die Generationen. (Wo Konfirmationen nicht in die Themenphase integriert werden können, bieten Himmelfahrt und Pfingstmontag Gelegenheit, die Siebenzahl wieder voll zu machen.)
- Die ökumenische "Woche für das Leben" (21.-28. April) steht 2012 unter dem Motto "Mit allen Generationen".
- Quasimodogeniti, Kantate und Rogate thematisieren mit Taufe, Gesang und Gebet gottesdienstliche Elemente. In einer besonderen Themenreihe werden in dieser Phase Abendmahl, Bekenntnis, Predigt und Segen als weitere Predigtthemen vorgeschlagen.
- Pfingsten steht im Kirchenjahr für Begeisterung und Nähe. Der "Geburtstag der Kirche" bietet Anlass für ein fröhliches und begegnungsintensives Fest. 
 
 Arbeitshilfen zur Gestaltung der zweiten Phase